Schamotte – der Werkstoff für Deinen Ofen

Der wichtigste Bestandteil eines Holzofens ist Schamotte – traditionell setzt das Fachhandwerk vom Feuerraum bis zur Außenhülle auf Schamotte.

Doch warum ist das so? Das hat einen ganz einfachen Grund: Kein anderes Material erfüllt die Anforderungen für den Einsatz im Ofenbau so gut wie Schamotte.

Das Material ist sehr temperaturwechselbeständig und steckt häufiges Erhitzen und Abkühlen locker weg. Außerdem hat Schamotte eine hohe Wärmekapazität, sprich, sie kann Wärme sehr gut einspeichern. Wer sich für einen Ofen aus Schamotte entscheidet, entscheidet sich für eine Heizlösung, die nicht nur langlebig ist, sondern auch effizient arbeitet.

Schamotte – der Schlüssel zum effizienten und nachhaltigen Heizen

Ein Ofen arbeitet dann effizient, wenn er die gewonnene Wärmeenergie ergiebig verarbeitet – das heißt möglichst umfassend einspeichert und dann über einen langen Zeitraum, bedarfsgerecht wieder abgibt. Kaminöfen aus Stahl können das nicht. Die Wärmeenergie wird hierbei auf einen Schlag an den Raum abgegeben, wodurch dieser überhitzt. Oder die Wärmeenergie entweicht in Form von sehr heißen Abgasen ungenutzt über den Schornstein.

Hier weist ein Ofen mit Speichermasse aus Schamotte einen entscheidenden Unterschied auf: Schamotte saugt die Wärmeenergie regelrecht auf, wie ein Schwamm. Gemauerte Rauchgaszüge aus Schamotte entziehen den heißen Rauchgasen zusätzliche Wärme. So wird die Energie des Feuers maximal ausgenutzt.

Die aufgenommene Wärme wird im Material eingespeichert und über einen langen Zeitraum und wohldosiert wieder abgegeben. So bleibt es lange angenehm warm – auch noch eine ganze Weile, nachdem das Feuer erloschen ist. Es entstehen lange Heizintervalle, in denen der Brennstoff maximal ausgenutzt wird. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern ist auch umweltfreundlich und bequem!

Schamotte lässt wohlfühlen:
Das Hmmm-Gefühl

Und es fühlt sich richtig gut an! Vielleicht hast Du es selbst schon einmal erlebt: Dieses ganz besondere Gefühl der Behaglichkeit bei Betreten eines Raumes. Während Heizsysteme wie Heizkörper oder Warmluft-Öfen den Raum erwärmen, indem sie die vorbeiströmende Luft erhitzen und dabei leider auch austrocknen, wärmt ein Ofen aus Schamotte mittels sogenannter „Strahlungswärme“. Diese braucht die Luft nicht als Transportmedium, sondern überträgt die Wärmeenergie durch elektromagnetische Wellen direkt auf Gegenstände, sowie den menschlichen Körper, und wärmt so bis ins Innere – genauso wie es auch die Sonne tut.

Das fühlt sich nicht nur schön an, sondern tut auch gut. Zum einen, weil wir bis ins Innere gewärmt werden, was die Muskulatur entspannt und den gesamten Organismus belebt. Und zum anderen, weil im Vergleich zu Warmluft-Systemen viel weniger Staub und Keime aufgewirbelt werden, was für eine gesunde Raumluft sorgt und besonders Allergikern entgegenkommt.

Du möchtest genauer wissen, warum „Strahlungswärme“ so gesund ist? Einen ausführlicheren Beitrag dazu findest Du hier.

Schamotte macht Wohnträume wahr

Ein weiterer Vorteil handwerklich gebauter Öfen: Deiner Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Eine individuelle Anlage lässt sich in jede Raumsituation und jeden Wohnstil perfekt einpassen und trifft somit nicht nur Deinen ganz persönlichen Geschmack, sondern wird vor allem Deinem individuellen Heizbedarf gerecht. Einfach gesagt: Mit einem Ofen aus Schamotte hat man es immer genau richtig warm.

Von der großzügigen Anlage mit Wärmetauscher, die zusätzliche Räume und Warmwasser erhitzt, bis zum Kompakt-Speicherofen im Niedrigenergiehaus oder als sparsame und wohltuende Zusatzheizung in Frühling und Herbst kann die Größe frei gewählt werden.

Ein handwerklich gemauerter Ofen muss nicht teuer sein. Kleine Modelle gibt es auch als vorbereitete Komplett-Sets. Diese enthalten alle benötigten Bauteile, passgenau vorgeschnitten in einem Paket. So wird Vorbereitungszeit eingespart und der Aufbau durch den Ofensetzer schnell und günstig gestaltet. Auch Kunden mit einem geringeren Budget wird so ermöglicht, einen handwerklich gemauerten Grundofen aus Schamotte anzuschaffen.

Schamotte bringt es auf den Punkt:
außen kross, innen saftig

Auch in Backöfen kommt Schamotte zu Recht gerne zum Einsatz. Auf Schamotte zu backen ist eine der ältesten Methoden – und noch immer eine der beliebtesten.

Zum einen ist das Material lebensmittelecht. Aber viel entscheidender: Durch den hohen Grad an Porosität nimmt Schamotte Feuchtigkeit auf und gibt sie dann wieder an das Backgut ab.

So entstehen eine knusprige Kruste und ein saftiger Kern – ein Traum!

Wenn Du bis hier her gelesen hast, könntest Du Dich fragen…

Was ist Schamotte eigentlich genau?

Schamotte ist ein reines Naturmaterial, das aus nur drei Inhaltsstoffen besteht: Ton, gebranntem Ton und Wasser – sonst nichts. Die Inhaltsstoffe werden gemischt und in Form gebracht. Dann werden die Steine getrocknet und in Tunnelöfen zu feuerfester Schamotte gebrannt.

Trotzdem ist die Herstellung von Schamotte ein komplexer und aufwendiger Vorgang, der viel Expertise, ausgewählte Rohstoffe, moderne Anlagen und hohe Präzision erfordert. Von der Rohstoffaufbereitung, über das Mischen und Einlagern der Masse, die Formgebung und die Endkontrolle vergehen mindestens 14 Tage.

Die Schamotte-Spezialisten

Führender Spezialist auf diesem Gebiet sind die Wolfshöher Tonwerke.

Mit über 160 Jahren Firmen-Geschichte sind sie einer der ältesten Hersteller feuerfester Erzeugnisse in Deutschland.

Seit Gründung im Jahr 1856 macht das Familienunternehmen es sich zur Aufgabe, Schamotte in höchster Qualität zu produzieren. Dabei wird großer Wert daraufgelegt, dass jedes Produkt optimale thermische Eigenschaften, eine hohe Qualität und Langlebigkeit aufweist.

Nicht selten erfreuen sich an Öfen, gebaut aus Wolfshöher Schamotte, mehrere Generationen. Kein Wunder, dass viele Ofensetzer deshalb seit Jahrzehnten auf das Material der Wolfshöher Tonwerke setzen.

Ein Einblick in die Produktion der Wolfshöher Tonwerke

Für die Produktionsmasse wird frischer Ton durch Mahlen und Sieben aufbereitet und mit bereits gebranntem, erneut gemahlenem Ton vermengt. Je nach Anwendungszweck wird dabei auf ganz bestimmte Rezepturen zurückgegriffen, welche für optimale keramische Eigenschaften, entsprechend der jeweiligen Anforderung, sorgen.

Die Masse wird durch ein Mundstück in Form „gezogen“. Von dem daraus entstehenden Endlos-Strang werden mit einem Draht die verschiedenen Steine und Platten abgetrennt. Für manche Einsätze ist eine ganz spezielle Formgebung erforderlich. Diese wird durch ein zusätzliches Nachpressen erreicht.

Ist die Formgebung abgeschlossen, werden die rohen Produkte getrocknet und schließlich bei über 1.000 °C gebrannt.

Der gesamte Fertigungsprozess untersteht dabei sehr strengen Kontrollen. Von der Überwachung der Rohstoffe über die gemischten Massen bis hin zum gebrannten Produkt haben Experten des hauseigenen Labors die Produktion immer im Blick. Somit wird gleichbleibend höchste Qualität garantiert.