Ist Heizen mit Holz zeitgemäß und nachhaltig?

Wird heutzutage über Heizen mit Holz gesprochen, ist die Resonanz nicht selten zwiegespalten:

Auf der einen Seite leistet Holz als regenerativer Rohstoff einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Andererseits werden Holz-Öfen in der Feinstaubdebatte oft kritisiert. Was stimmt denn nun?

Pauschal beantworten lässt sich diese Frage nicht. Trotzdem ist die Antwort eine ganz klare:

Ja, Heizen mit Holz ist nachhaltig – vorausgesetzt es wird richtig gemacht.

Worauf es ankommt, damit Heizen mit Holz nachhaltig ist, liest Du hier:

1. Verwende Brennholz aus verantwortungsvollen Quellen

Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der noch dazu CO2-neutral ist. Heißt: Bei der Verbrennung von Holz wird nur so viel Kohlendioxid freigesetzt wie die Pflanze im Laufe ihres Lebens aufgenommen hat und auch beim natürlichen Verrottungsprozess ohnehin frei würde.

Diese Argumente gelten aber natürlich nur, wenn in der Praxis auch tatsächlich dafür gesorgt wird, dass die Wälder nachhaltig genutzt und regelmäßig wieder aufgeforstet werden. Und wenn bei der Beschaffung des Brennholzes auf weite Transportwege, die zusätzliches CO2 verursachen, verzichtet wird.

Wer nachhaltig mit Holz heizen möchte, sollte deshalb darauf achten, dass das Brennholz aus verantwortungsvollen Quellen der naheliegenden Region stammt. Glücklicherweise haben wir in Deutschland ein sehr großes Vorkommen an Holz, ein ganzes Drittel Deutschlands ist bewaldet. Somit ist der verantwortungsvolle Bezug gut umsetzbar.

Wird bei der Auswahl des Brennholzes zudem auf eine hohe Qualität geachtet und nur naturbelassenes, trockenes Holz verwendet, werden im Gegensatz zu fossilen Energieträgern (z.B. Öl) keine zusätzlichen Klimagase wie Schwefel, Chlor und Schwermetalle freigegeben.

2. Entscheide Dich für eine effiziente Anlage mit viel Speichermasse & einer modernen Ofensteuerung

Trotzdem ist Holz natürlich ein wertvoller Rohstoff, der nicht achtlos verbrannt werden sollte – aus Gründen des Umweltschutzes, aber auch aus Gründen der Kosteneffizienz.

Damit der Brennstoff Holz maximal ausgenutzt wird, empfiehlt es sich, auf einen Ofen mit Speichermasse aus Schamotte zu setzen. Schamotte saugt die Wärmeenergie regelrecht auf und speichert sie langanhaltend ein.

Kaminöfen aus Stahl können das nicht. Die Wärmeenergie wird hierbei auf einen Schlag an den Raum abgegeben, wodurch dieser überhitzt. Oder die Wärmeenergie entweicht in Form von sehr heißen Abgasen ungenutzt über den Schornstein, wodurch häufig Holz nachgelegt werden muss.

Das ist nicht nur ineffizient, sondern verursacht auch deutlich mehr Feinstaub. Denn der meiste Feinstaub wird in den Phasen des Ab- und Ausbrands verursacht. Kaminöfen ohne Speichermasse haben sehr kurze Heizintervalle und befinden sich damit häufiger in diesen Phasen. Öfen mit viel Speichermasse aus Schamotte hingegen speichern die Wärme über viele Stunden hinweg ein. Hier genügt oft ein Ab- und Ausbrand pro Tag.

Um den Abbrand möglichst optimiert und damit emissionsarm zu gestalten – und aus Gründen des Komforts – lohnt sich eine automatische Abbrandsteuerung. Diese misst die Temperatur und schließt die Verbrennungsluftklappe automatisch genau zum richtigen Zeitpunkt.

Fazit

Wer eine effiziente Anlage mit Holz aus verantwortungsvollen Quellen richtig betreibt, hat sehr viele gute Argumente auf seiner Seite und darf behaupten, nachhaltig mit Holz zu heizen!

Du möchtest mehr darüber erfahren, wie viel Feinstaub, Heizen mit Holz genau verursacht? Eine Auswertung unseres Bundesumweltamts findet du hier.